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Live-Weiterleitung: Wenn der KI-Telefonassistent den Anruf an einen Mitarbeiter weiterleitet

24. Juni 20266 min LesezeitMohammad MirzakhaniDehkordiRead in English

Ein Kunde ruft Ihren Handwerksbetrieb an. Es ist 16:30 Uhr, Sie stehen auf der Leiter, und am anderen Ende ist jemand, dessen Heizung gerade ausgefallen ist. Ihr KI-Telefonassistent nimmt ab, klärt die ersten Fragen, erkennt, dass es dringend ist, und sagt ruhig: "Einen Moment, ich verbinde Sie direkt mit einem Kollegen." Sekunden später klingelt Ihr Handy, und bevor Sie überhaupt "Hallo" sagen, wissen Sie bereits, wer dran ist und worum es geht.

Genau das leistet die neue Live-Weiterleitung von MyReceptionAI: Der KI-Assistent übergibt einen laufenden Anruf mitten im Gespräch an einen echten Menschen, warm und mit gesprochener Zusammenfassung. Damit verschwindet der größte Einwand gegen eine KI-Telefonlinie: "Was, wenn ich wirklich einen Menschen brauche?" Die Linie ist keine Sackgasse mehr.

Was ist die Live-Weiterleitung?

Ihr KI-Assistent nimmt jeden Anruf entgegen und erledigt Routineanfragen selbst: Fragen beantworten, Termine buchen, Informationen aufnehmen. In drei Fällen leitet er den laufenden Anruf an einen Menschen weiter, zum Beispiel an Ihr eigenes Mobiltelefon oder an eine Kollegin:

  1. Der Anrufer bittet ausdrücklich um eine Person. "Kann ich bitte direkt mit jemandem sprechen?"
  2. Der Assistent kommt nicht weiter. Die Anfrage ist zu speziell, zu komplex oder fällt aus dem definierten Rahmen.
  3. Eine von Ihnen festgelegte Bedingung tritt ein. Zum Beispiel: Notfälle, Anrufe von Bestandskunden oder bestimmte Stichworte.

In allen drei Fällen bleibt der Anrufer in der Leitung, und der Assistent verbindet ihn aktiv weiter. Niemand muss auflegen und neu wählen.

Die drei Schritte im Detail

Schritt 1: Der Assistent antwortet und übernimmt

Der Anruf geht ein, der Assistent meldet sich mit Ihrer Begrüßung, in Ihrer Sprache und mit Ihrem Tonfall. Er beantwortet, was er beantworten kann, und sammelt dabei still die wichtigen Eckdaten: Name, Rückrufnummer, Anliegen. Für die meisten Anrufe ist hier bereits Schluss, weil der Assistent alles allein erledigt.

Schritt 2: Der Anrufer braucht einen Menschen

Jetzt erkennt der Assistent eine der drei Situationen oben. Statt den Anrufer zu vertrösten oder ihn auf eine Mailbox zu schicken, leitet er die Übergabe ein. Der Anrufer hört einen kurzen, freundlichen Übergangssatz und wartet, während im Hintergrund Ihr Telefon klingelt.

Schritt 3: Warme Übergabe mit gesprochener Zusammenfassung

Das ist das Herzstück. Bevor der Anrufer durchgestellt wird, spricht der Assistent Ihnen (oder dem Kollegen) eine kurze Zusammenfassung vor: wer anruft, was die Person möchte und welche Details bereits erfasst sind (Name, Telefonnummer, Thema). Sie übernehmen das Gespräch also nicht aus dem Nichts, sondern sind sofort im Bild.

Diese warme Übergabe mit Zusammenfassung ist der Standardmodus. Daneben gibt es zwei weitere Varianten:

  • Warm mit kurzer Ankündigung: Der Assistent kündigt den Anruf nur knapp an, ohne ausführliche Zusammenfassung.
  • Sofort verbinden (kalt): Der Anrufer wird direkt durchgestellt, ohne Vorab-Information.

Technisch läuft die Live-Weiterleitung über die Twilio-Telefonie, die MyReceptionAI nutzt. Deshalb steht die warme Übergabe überhaupt zur Verfügung.

Praxisbeispiel: Anwaltskanzlei

Stellen Sie sich eine kleine Kanzlei vor. Ein Mandant ruft an, weil ihm eine Frist davonläuft und er dringend Rücksprache braucht. Der KI-Assistent nimmt ab, erfragt Name und Aktenzeichen, erkennt anhand der hinterlegten Bedingung "Fristsachen sofort durchstellen", dass dieser Anruf zur Anwältin gehört, und leitet die Übergabe ein.

Bevor die Anwältin abnimmt, hört sie: "Es ruft Herr Berger an, Bestandsmandant, Aktenzeichen liegt vor. Es geht um eine Frist, die laut Anrufer morgen abläuft. Rückrufnummer ist erfasst." Die Anwältin übernimmt mit dem ersten Wort souverän, ohne dass der Mandant sein Anliegen ein zweites Mal erklären muss. Beim Handwerksbetrieb aus dem Eingangsbeispiel funktioniert es genauso, nur dass die Bedingung dort "Heizungsausfall" oder "Notdienst" lautet.

Was passiert, wenn niemand abnimmt?

Eine Übergabe scheitert manchmal: Sie sind im anderen Gespräch, außer Reichweite oder das Telefon klingelt durch. In diesem Fall lässt der Assistent den Anrufer nicht fallen. Statt eines Freizeichens ins Leere nimmt er eine Nachricht auf oder erstellt eine Folgeaufgabe, sodass der Lead nie verloren geht. Der Anrufer bleibt also immer betreut, egal ob die Übergabe klappt oder nicht.

Nicht verwechseln: Live-Weiterleitung ist nicht Rufumleitung

Hier lohnt eine klare Abgrenzung, weil beide Begriffe leicht durcheinandergeraten:

  • Eingehende Rufumleitung (Inbound): Sie leiten Ihre bestehende Geschäftsnummer auf die MyReceptionAI-Nummer um, damit der Assistent Ihre Anrufe überhaupt entgegennimmt. Das richten Sie einmalig bei Ihrem Mobilfunkanbieter ein, bevor irgendein Gespräch stattfindet. Wie das geht, lesen Sie in unserer Anleitung zur Anrufweiterleitung.
  • Live-Weiterleitung (Outbound), dieser Artikel: Der Assistent gibt einen bereits laufenden Anruf aktiv nach außen an einen Menschen weiter, mitten im Gespräch, warm und mit Zusammenfassung.

Kurz: Die Rufumleitung bringt Anrufe in den Assistenten hinein. Die Live-Weiterleitung bringt einen laufenden Anruf wieder aus dem Assistenten heraus zu Ihnen.

Einrichtung pro Agent

Sie konfigurieren die Live-Weiterleitung im Dashboard für jeden Agenten einzeln:

  1. Weiterleitung aktivieren.
  2. Zielrufnummer hinterlegen im internationalen E.164-Format (zum Beispiel +491701234567).
  3. Modus wählen: warm mit Zusammenfassung (Standard), warm mit Ankündigung oder sofort verbinden.
  4. Optional festlegen, wann weitergeleitet werden soll, also Ihre Bedingungen beschreiben.

Besonders stark ist das für Solo-Selbstständige und die Individual-Variante: Der Assistent siebt die Anrufe zuerst und stellt nur dann warm auf Ihr eigenes Handy durch, wenn es wirklich zählt. So bleiben Sie erreichbar, ohne ständig erreichbar sein zu müssen.

Datenschutz

Kontodaten, CRM-Einträge sowie Anrufprotokolle und Transkripte werden in der EU (Frankfurt) über Supabase gespeichert. Die Echtzeit-Sprachverarbeitung und die Audioaufnahmen der Gespräche können von spezialisierten Anbietern außerhalb der EU (insbesondere USA) verarbeitet werden. Einzelheiten zur Drittlandübermittlung finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO ist verfügbar.

Anders gesagt: Die Speicherung Ihrer Daten erfolgt in der EU, die Sprachverarbeitung in Echtzeit zum Teil außerhalb der EU unter SCC. Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Kosten

Ein weitergeleiteter Anruf besteht aus zwei Verbindungen: dem eingehenden Gespräch mit dem Anrufer und der ausgehenden Verbindung zu Ihnen oder Ihrem Kollegen. Deshalb verbraucht eine Live-Weiterleitung zusätzliche Gesprächsminuten. Die Funktion selbst ist Teil des Produkts und in allen Tarifen ab Starter (49 EUR/Monat) nutzbar, ebenso in Pro (99 EUR) und Business (199 EUR). Es gibt keinen gesonderten Aufpreis für Weiterleitungen, lediglich der Minutenverbrauch fällt etwas höher aus, weil zwei Verbindungen zusammenkommen. Eine Übersicht der Tarife finden Sie auf der Preisseite.

Fazit

Die Live-Weiterleitung schließt die letzte Lücke zwischen Automatisierung und menschlichem Kontakt. Ihr KI-Assistent erledigt das Tagesgeschäft allein und reicht genau die Anrufe weiter, die einen Menschen brauchen, warm und mit gesprochener Zusammenfassung, sodass Sie jedes übernommene Gespräch souverän führen. Scheitert eine Übergabe, geht trotzdem kein Lead verloren. Für Handwerksbetriebe, Kanzleien und alle Solo-Selbstständigen heißt das: erreichbar bleiben, ohne ans Telefon gekettet zu sein.

Lesen Sie auch: KI-Telefonassistent vs. Anrufbeantworter: Warum eine KI das bessere Erlebnis bietet.

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